1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (noch nicht bewertet)
laden ... laden ...
Seit zirka vier Wochen werden die Haushalte in Walsrode systematisch von einer so genannten Drückerkolonne – also Zeitschriftenwerbern – heimgesucht, die im Namen des VfB Vorbrück Walsrode Abonnements für allerlei Zeitungen und Zeitschriften unter Volk bringen wollen: Als Prämie für einen entsprechenden Abschluss an der Haustür wurden dem Verein nach einem Punktesystem vorab Bälle und Trikotsätze für die eigenen Jugendmannschaften versprochen. ,,Ich habe diese Aktion inzwischen gestoppt und der Werbefirma unter Androhung der Polizei verboten, weiterhin den Eindruck zu erwecken, ihre Mitarbeiter seien von uns geschickt worden“, hat Josef Tessmann, Vorsitzender des VfB, nun nach entsprechend massiver Kritik aus der Bevölkerung die Reißleine gezogen.

Walsrode. In der vergangenen Woche erreichten einige Mails und Anrufe die Redaktion der Walsroder Zeitung, in denen sich über diese Art und Weise der Zeitschriftenwerbung unter dem Deckmäntelchen des VfB Vorbrück Walsrode in deutlichen Worten beschwert wurde. Sogar der TV Jahn Walsrode reagiert „sauer“. Der Vorstand, der seinerseits Kenntnis über die Werber erhielt, schickte folgende Zeilen an die WZ: „Der TV Jahn e.V. Walsrode wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Zeitschriftenwerber angeblich im Namen des Vereins Geschäfte tätigen. Der Vorstand des Vereins weist ausdrücklich darauf hin, dass der TV Jahn e.V. weder für sich alleine, noch im Verbund mit anderen Vereinen, den Auftrag erteilt hat, zugunsten von Jugendarbeit Zeitungen zu verkaufen.“Auf Nachfrage erklärte TVJ-Geschäftsstellenleiterin Rita Wonneberg, dass sogar sie selbst von den Werbern entsprechend angesprochen wurde. „Mir wurde dabei eine Mappe mit Bildern von Jugendmannschaften vorgelegt, die durch die Zeitschriften-abos unterstützt werden sollten“, berichtet sie. Wie geschickt die Werber vorgehen, zeigt der Fall einer 85-jährigen Walsroderin (Name der Red. bekannt), die in gutem Glauben ein Abo abschloss, weil sie den TV Jahn unterstützen wollte. Nach Rücksprache mit Wonneberg erfuhr sie, dass der TV Jahn nichts damit tun hat. Der Vertrag konnte noch rückgängig gemacht werden.

Der Vorsitzende des VfB Vorbrück Walsrode, Josef Tessmann, erhielt selbst immer mehr Hinweise, dass die Art und Weise der Werbeaktion ,,nicht in Ordnung ist“ (so Tessmann). Daraufhin reagierte er mit dem Stopp, verteidigt aber gleichwohl den ursprünglich angedachten Weg. ,,Die Werbefirma konnte hunderte von Referenzen von Sportvereinen aus ganz Deutschland vorlegen und machte einen seriösen Eindruck. Wir haben in gutem Glauben gehandelt, dass wir auf diese Weise in schlechten Zeiten Geld, beziehungsweise Bälle oder Trikotsätze, für unsere Jugendabteilung beschaffen können“, berichtet Tess-mann, ,,die Werber waren aber nicht im Auftrag des VfB Vorbrück unterwegs.“

Auch Gerd Meine, Vorsitzender von Germania Walsrode, kennt diese Masche: ,,Bei uns war so eine Firma auch schon, wollte Sponsoren für Busse oder ähnliches besorgen. Das Geld verdienen dabei aber die Werber, während für den Verein nicht viel übrig bleibt. Deshalb haben wir dankend abgelehnt. Wenn schon, machen wir so etwas selbst.“

Josef Tessmann ist die ganze Angelegenheit inzwischen sehr unangenehm: ,,Wenn wir geahnt hätten, was das für Wellen schlägt, hätten wir das niemals gemacht. Wir hatten wirklich keine böse Absicht, sondern wollten nur etwas für unsere Jugendabteilung tun.“ Gerüchten, wonach der schnelle Abgang des erst just berufenen VfB-,,Managers“ Thomas Helbing etwas mit der Werber-Aktion zu tun habe, weist Tessmann zurück, ,,Thomas konnte aus gesundheitlichen Gründen das Amt leider nicht weiter ausüben.“

(Bild: VfB-Vorsitzender Josef Tessmann)

WZ Artikel vom 28.11.06

Josef Tessmann

Ähnliche Beiträge

RSS Trackback URL Rolf | 28. November 2006 (08:20)

Presse

Schreibe einen Kommentar