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Worte können wie Waffen wirken. Mag VfB-Vorsitzender Rolf Gärtner auch betonen, er wolle „keinen Krieg“ mit Germania. Mag die Spitze des selbsternannten Alternativvereins auch beschwichtigen, der Name VfB habe nichts mit dem früheren VfB zu tun er sei nur zufällig gewählt. An einen Zufall mögen Kenner der Walsroder Fußball-Geschichte bei dieser Titulierung wohl kaum glauben. Der Begriff VfB ist ein deutlicher Seiten hieb auf die Jahrzehnte alleinherrschende SGW Walsrode. Zurück zu den Wurzeln, als Walsrodes Fußballszene, noch zweigeteilt war bis sich der alte VfB Walsrode von 1948 und der SV Germania Walsrode von 1916 1978 zur Fusion entschieden. Im neuen Alternativverejn hat sich ein Protest- potential versammelt, das sich mit der festgefügten Hierarchie im konservativ-tradtionsträchtigen Großverein nicht ab finden wollte und daher nun zur Gegenoffsive bläst. Zugegeben: Interne Auseinandersetzungen, bis hin zu Grabenkriegen im Umfeld, hat es bei Germania gerade in der jüngeren, heftig bewegten Geschichte Schon zur Genüge gegeben. Erst mit der Präsidentenwahl des zwar gegenüber Kritikern kompromißlosen, aber gleichzeitig als volksnah geschnitzten „Böschi“ Müller schien zumindest in der Öffentlichkeit eine längere Ruhephase heranzubrechen. Nun werden aber auch Müller und seine Vorstandskollegen mit dem ersten massiveren Problem konfrontiert. Auch wenn der SGW-Präsident noch Gelassenheit gegenüber dem neuen Walsroder Fußball-Rivalen vorgibt: Sofortige Vereinsausschlüsse gegen die Abtrünnigen sprechen eine deutlichere Sprache.

Ganz besonders dürfte die Germanen der vom VfB frech angekündigte Angriff auf ihre Jugendarbeit durch Abwerbung wurmen. Die erst vor wenigen Jahren im großen Stil angelegte und von anderen Vereinen vielerorts bewunderte Talentpflege der SGW (zehn Jugendmannschaften) werden die Verantwortlichen zweifellos nicht kampflos preisgeben. Eine heftige Kollision zwischen dem alten und neuen Walsroder Fußballverein ist vorprogrammiert.

 

Thomas Künning

WZ Kommentar vom 13.03.1996 

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